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Loveparade-Schuldfrage

Sonntag, 1. August 2010 | Autor:

Diese Lynch-Mentalität kotzt mich an.

Wir wis­sen inzwi­schen eini­ger­ma­ßen, wie das Unglück abge­lau­fen ist. Die Schuld­frage ist jedoch nach wie vor unge­klärt. Wir wis­sen weder, wer wo zustän­dig war, noch wer dafür jeweils die Ver­ant­wor­tung trug, noch wel­che Per­so­nen aus die­sem Kreis eine ursäch­li­che Ent­schei­dung tra­fen, noch ob diese Ent­schei­dun­gen falsch waren. Alles, was wir bis­her haben sind Bruch­stü­cke von Infor­ma­tio­nen und Mutmaßungen.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist für mich momen­tan jede Ver­ur­tei­lung völ­li­ger Schwachsinn.

So aber den­ken offen­bar weder die Medien noch der Groß­teil ihrer Kon­su­men­ten. Haupt­sa­che es wird so schnell wie mög­lich jemand gefun­den, den man bestra­fen kann! Ob es dabei den Rich­ti­gen trifft ist zweit­ran­gig. Wer nicht selbst sofort mit dem Fin­ger auf Andere zeigt, gerät selbst ins Fadenkreuz.

So gesche­hen mit OB Sau­er­land und Co. bei der Pres­se­kon­fe­renz am Tag nach dem Unglück. Dort wurde alles gesagt, was man zu dem Zeit­punkt wusste (nicht viel). Das wird den Leu­ten nun als Hilf­lo­sig­keit zur Last gelegt. Klar waren die hilf­los - hilf­los wie wir alle! Von der Pres­se­kon­fe­renz wur­den neue Ant­wor­ten erwar­tet, die zu dem Zeit­punkt nie­mand hatte und nie­mand haben konnte.

Auch ich will, dass die Ver­ant­wort­li­chen zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den - aber auch nur die und nicht irgend­wel­che will­kür­lich gewähl­ten Per­so­nen oder Personengruppen.

Dazu kommt noch das wider­li­che Gebah­ren der Medien, die - jetzt im Nach­hin­ein - mehr und mehr Kri­tik auf­häu­fen um dann allen erns­tes dro­hend fest­zu­stel­len, dass sich die Kri­tik häufe.

Mit sol­chem Unsinn för­dern wir genau die Sorte Politiker/Menschen, die wir eigent­lich nicht wollen.

Hier noch zwei ver­nünf­tige Arti­kel zum Thema:
Zur Love­pa­rade in Duis­burg von Sascha Lobo
Ein ein­zi­ger Blick in die Zukunft hätte doch gezeigt… von Ste­fan Niggemeier

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Thema: Tagesgeschehen

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