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advanced weaponry

Montag, 12. Februar 2007 | Autor:

Das Wei­ße Haus sorgt sich um Waf­fen­lie­fe­run­gen für den Irak. Genau­er beschul­digt die Regie­rung um Bush den Iran, den Ira­ki­schen Rebel­len Waf­fen zu liefern.

Iran is pro­vi­ding mate­ri­al sup­port for attacks on Ame­ri­can tro­ops. We will dis­rupt the attacks on our forces. We’ll inter­rupt the flow of sup­port from Iran and Syria. And we will seek out and des­troy the net­works pro­vi­ding advan­ced wea­pon­ry and trai­ning to our enemies in Iraq.
(Bush in der neu­es­ten Address to the Nati­on)

Eine Armee besetzt ein frem­des Land. Dar­auf­hin unter­stützt ein drit­tes Land, Geg­ner der Inva­so­ren, die loka­len Rebel­len mit Waf­fen. Ja, das ken­nen wir doch irgend­wo her. Tat­säch­lich hat die US-Regie­rung damals in Afgha­ni­stan die Rebel­len im Kampf gegen die Sowjets unter­stützt, zum Bei­spiel mit Stin­ger-Luft­ab­wehr­ra­ke­ten:

After the Soviets occu­p­ied Afgha­ni­stan, the U.S.-backed muja­he­din fought them effec­tively, and Soviet occu­pa­ti­on forces were never able to paci­fy all are­as of the­coun­try. The Soviets held major cities, but the out­ly­ing moun­tai­nous regi­ons remain­ed lar­ge­ly under muja­he­din con­trol. The muja­he­din bene­fit­ted from U.S.
wea­pons and assis­tance, pro­vi­ded through the Cen­tral Intel­li­gence Agen­cy, working clo­se­ly with Pakistan’s Inter-Ser­vice Intel­li­gence direc­to­ra­te (ISI). That wea­pon­ry included man-por­ta­ble should­er-fired anti-air­craft sys­tems cal­led “Stin­gers,” which pro­ved high­ly effec­ti­ve against Soviet aircraft.
(Report for Con­gress / Afgha­ni­stan: Cur­rent Issues and U.S. Poli­cy; 2003)

Ter­ro­ris­ten mit Waf­fen aus­zu­stat­ten war den USA damals jedoch nicht genug:

The Sta­te Depart­ment has said that a total of about $3 bil­li­on in eco­no­mic and covert mili­ta­ry assis­tance was pro­vi­ded by the U.S. to the Afghan muja­he­din from 1980 until the end of the Soviet occu­pa­ti­on of Afgha­ni­stan in 1989.
(Report for Con­gress / Afgha­ni­stan: Cur­rent Issues and U.S. Poli­cy ;2003)

3 Mil­li­ar­den Dol­lar beka­men die­se Rebel­len, heu­te bes­ser bekannt als al Qai­da, aus den USA. Ja, das sind genau die Rebel­len, wegen denen in Afgha­ni­stan über­haupt heu­te noch Krieg herrscht.

Die USA wer­den in Afgha­ni­stan, und nun auch im Irak Opfer ihrer eige­nen Stra­te­gien und Waffen.

Hin­zu kommt: Wer glaubt denn heu­te noch an die Echt­heit even­tu­el­ler Geheim­dienst­fo­tos der USA? Wir wis­sen ja bereits, dass CIA und Co. nicht zögern, im Zwei­fels­fall Bewei­se zu fälschen.

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Armageddon Bezirksliga

Montag, 12. Februar 2007 | Autor:

Der 1. FC Loko­mo­ti­ve Leip­zig hat eine beweg­te Geschich­te. Wie­der­auf­er­stan­den aus der Asche des Plei­te gegan­ge­nen VfB Leip­zig kämpf­te sich der Ver­ein aus der 11. Liga durch spie­le­ri­sches Kön­nen und eine Fusi­on in die Bezirks­li­ga hoch.
Im Lau­fe der Zeit hat der Club eine Men­ge Fans gesam­melt, vie­le sind selbst zu DDR-Zei­ten zu den Lok-Spie­len gegangen.
So hat­te nach der Neu­grün­dung ein 11.-Liga-Spiel gegen Lok über 12.000 Zuschau­er. Der Ver­ein hat aber auch neue Anhän­ger gefun­den. Ultras, Ran­da­lie­rer, Steinewerfer.
Am Wochen­en­de spiel­te Lok Leip­zig gegen Aue II und Probst­heida wur­de zum Schlacht­feld. Nach­dem Aue-„Fans” bereits wäh­rend des Spiels den Lok­schen Fan­block mit Feu­er­werks­kör­pern beschos­sen, ging der Spaß nach dem Spiel erst rich­tig los.

Aue-Hoo­li­gans waren pünkt­lich zum Spie­len­de mit Bus­sen ange­reist. Die Poli­zei hielt die bei­den Grup­pen iso­liert von­ein­an­der, konn­te die Lok-Fans jedoch natür­li­cher­wei­se nicht ewig vorm Sta­di­on festhalten.
So kam es dann zu schwe­ren Aus­schrei­tun­gen gegen die Poli­zei. 36 Ord­nungs­hü­ter und 6 Unbe­tei­lig­te wur­den dabei ver­letzt, von den über 20 beschä­dig­ten Fahr­zeu­gen gar nicht zu reden. Auch Poli­zei­pfer­de beka­men die Pflas­ter­stei­ne und Müll­ton­nen an den Kopf geschleudert.

Und es ist kein Ein­zel­fall. Bereits letz­tes Jahr kam es in Wur­zen zu ähn­li­chen Kra­wal­len. Und so ist Lok immer wie­der ein Risi­ko für Leib, Leben und Sach­wer­te. Man mag sich gar­nicht vor­stel­len, was pas­siert, wenn Lok irgend­wann auf den Erz­ri­va­len Che­mie Leip­zig trifft. Soll­te bis dahin kein Mit­tel gegen die Ver­bre­cher unter den Lok-Anhän­gern und denen ande­rer Ver­ei­ne gefun­den wor­den sein, ste­hen die Chan­cen gut, dass es zu Lok vs. Che­mie weit mehr als nur 300 Beam­te braucht um die Hob­by-Krie­ger bei­der Mann­schaf­ten in Schach zu halten.
Aber was soll man gegen die Gewalt unter­neh­men? Zu jedem Spiel Hun­dert­schaf­ten der Poli­zis­ten schi­cken, durch die sich die Ultras auch nur pro­vo­ziert fühlen?
Bis jetzt kann die Poli­zei nur Scha­dens­be­gren­zung anwen­den und die Chao­ten fil­men. Inwie­fern das hilft ist fraglich.
Mög­li­che Per­so­nen­be­schrei­bung anhand eines Vide­os: „männ­lich, schwar­zes Sweat­shirt mit Kapu­ze und Lok-Schal.”
Aha, und wel­cher von den tau­send bitte?

Klar gibt es auch Poli­zis­ten, die es drauf anle­gen. Und es gibt auch Ultras, die Kin­der oder Fami­li­en aus dem Schlacht­feld gelei­ten um Ver­let­zun­gen zu ver­hin­dern. Und ja - Aue hat mit dem Rake­ten­an­griff begonnen.
Doch das recht­fer­tigt nicht das Wer­fen von Pflas­ter­stei­nen oder das Atta­ckie­ren zivi­ler Fahrzeuge.
Natür­lich sind die­se Per­so­nen kei­ne ech­ten Fans, der Groß­teil der Lok-Anhän­ger sind fried­li­che Leu­te. Den­noch muss eine Lösung gefun­den werden.

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Lineare Ölgebra

Donnerstag, 1. Februar 2007 | Autor:

Am Mitt­woch nach der letz­ten LinAlg Vor­le­sung frag­te unser Pro­fes­sor, ob wir es ok fän­den, wenn wir noch ein paar Minu­ten blie­ben um über etwas ganz ande­res als Linea­re Alge­bra zu reden.
Tja, man ist ja kein Unmensch - auch der Pro­fes­sor nicht - also mal schau­en was er macht. Immer­hin hat­te er schon ange­merkt, dass man es even­tu­ell auch unpro­fes­sio­nell fin­den könnte.

Kurz­um: Es ging um die Ver­knap­pung der welt­wei­ten Erd­öl-Reser­ven. Er hat ein paar Foli­en auf­ge­legt mit Sta­tis­ti­ken, aber erst­mal nichts wei­ter dazu gesagt, nur erklärt, was kon­ktret auf den Dia­gram­men zu sehen ist.
Und dann in abso­lut nicht mah­nen­dem Ton: „Ja, wo sol­len wir in Zukunft Öl her­be­kom­men? … Ja, das ist so mei­ne Fra­ge an sie. :)”

Tja… wenn man mal objek­tiv bleibt: Gute Frage.
Ich bin ja auch kein Mensch, der sich irgend­wie oft mit der­ar­ti­gen Pro­ble­men beschäf­tigt, geschwei­ge denn die Öffent­lich­keit jede Woche damit nervt. Aber im Prin­zip hat er Recht: Wir ver­brau­chen Öl zwei­fel­los schnel­ler als es ent­ste­hen kann. Daher wird es defi­ni­tiv bald erschöpft sein. Ob jetzt 20 Jah­re frü­her oder spä­ter ist ja nicht wichtig.

Mei­ner Mei­nung nach wird zukünf­ti­ge Ener­gie mehr und mehr in Kraft­wer­ken gewon­nen wer­den und der Kraft­stoff Öl im Ver­bren­nungs­mo­tor wird durch Was­ser­stoff in der Brenn­stoff­zel­le ersetzt (oder eine ähn­li­che Tech­no­lo­gie). Dazu muss es qua­si kom­men, zumin­dest mir fällt ansons­ten kei­ne Mög­lich­keit ein, genug Ener­gie für eine län­ge­re Fahrt in einem Auto zu lagern.

Aber das ist ja kei­ne Lösung, die Ener­gie für den Was­ser­stoff muss ja auch irgend­wo her­kom­men, denn der wird mit Strom aus Was­ser her­ge­stellt. Aber immer­hin hat man beim Bau von Kraft­wer­ken viel mehr und effi­zi­en­te­re Mög­lich­kei­ten Ener­gie zu gewin­nen und in einer für Fahr­zeu­ge gut ver­wend­ba­ren Form zu speichern.
Das heißt man müss­te wie­der­um für Kraft­wer­ke eine alter­na­ti­ve Ener­gie­quel­le aus­bau­en wie eben die Son­ne. Viel­leicht wird auch die Kern­fu­si­on die­se Ener­gie lie­fern können.

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.. und für diese Jahreszeit viel zu warm”

Montag, 8. Januar 2007 | Autor:

Jaja, das Wet­ter - immer gibt es irgend­ei­nen, der fel­sen­fest zu wis­sen glaubt, dass die­ses und jenes Wet­ter auf den aku­ten Kli­ma­wan­del hinweist.
Der aktu­el­le Win­ter wird ein­fach als Beweis her­ge­nom­men, weil er ja recht kusche­lig ist.

Erin­nert sich denn nie­mand an den letz­ten Win­ter? War der etwa über­mä­ßig warm, war der über­haupt nur in der Nähe von „warm” oder wenigs­tens nur „mäßig kalt”?
Letz­tes Jahr war der Win­ter ver­dammt kalt - Mei­ne Schei­ben waren tief durch­ge­fro­ren, nach der Uni muss­te ich die Schei­ben wie­der frei­krat­zen, bevor ich nach Hau­se fah­ren konnte!

Das soll­ten sich die gan­zen Panik­ma­cher mal durch den Kopf gehen lassen.
(Was nicht hei­ßen soll, dass die USA nicht end­lich mal Kyo­to unter­zeich­nen können!)

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Demokratie im Irak

Mittwoch, 3. Januar 2007 | Autor:

Dem­nächst, am 20. März, jährt sich der Beginn des Irak-Krie­ges zum vier­ten Mal. Dabei geht ein wei­te­res Jahr Ter­ror zuen­de und das nächs­te schließt sich an. Auf den Fund von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen war­tet kei­ner mehr.

Bush zur Hin­rich­tung Sad­dam Hus­s­eins: „Sad­dam Hus­sein was exe­cu­ted after recei­ving a fair tri­al -- the kind of jus­ti­ce he denied the vic­tims of his bru­tal regime, […].” (usinfo.state.gov)
Stellt sich die Fra­ge ob das Ver­fah­ren tat­säch­lich der­art fair war. Fair ist ein Ver­fah­ren ins­be­son­de­re dann, wenn bei ent­spre­chen­der Beweis­la­ge der Ange­klag­te schul­dig gespro­chen wird, bei ent­spre­chend ande­rer Sach­la­ge aber eben auch frei gespro­chen wird. Dass Sad­dam schul­dig ist scheint sicher, so waren die Kriegs­ver­bre­chen zu offen­sicht­lich um über­se­hen zu werden.

Aber was wäre, wenn Sad­dam bei­spiels­wei­se ver­min­dert schuld­fä­hig gewe­sen wäre? Hät­te er bei­spiels­wei­se einen Hirn-Tumor gehabt, auf­grund des­sen er kei­ne bewuss­te Ent­schei­dung hät­te fäl­len kön­nen. Dann wäre er nur eine wil­len­lo­se Mario­net­te sei­ner Gene­rä­le, Funk­tio­nä­re etc. gewe­sen. Viel­leicht ist der gefun­de­ne Sad­dam auch nur einer der Doppelgänger.
Wäre es also auch zur Todes­stra­fe gekom­men, wenn den Ermitt­lungs­be­hör­den, angeb­lich vor­wie­gend ame­ri­ka­ni­sche Behör­den, bekannt gewe­sen wäre, dass Sad­dam die Todes­stra­fe aus irgend einem Grund nicht ver­dient hät­te? Ich den­ke schon, denn ein Mili­tär, dass Kriegs­grün­de schlicht erfin­det bzw. aus unsi­che­ren Quel­len her­aus Krie­ge beginnt, wür­de sich den sym­bo­li­schen Sieg durch Sad­dams Tod nicht auf­grund juris­ti­scher Aspek­te neh­men lassen.

Daher mei­ne Mei­nung: Das Urteil und Straf­maß gegen Sad­dam stand von Anfang an unum­stöß­lich fest. Ergo war der Pro­zess nicht fair.

Aber auch die Todes­stra­fe an sich ist natür­lich bedenk­lich. Ohne das The­ma aus­brei­ten zu wol­len: Wie kann man jeman­den wegen Mor­den ver­ur­tei­len und gleich­zei­tig selbst mor­den - auch wenn es der Mord an einem Ver­bre­cher ist.

Aber ok, sagen wir das Ira­ki­sche Volk woll­te die­se Art „Demo­kra­tie”. Stellt sich wie­der­um die Fra­ge: Was wäre, wenn das Ira­ki­sche Volk eine Sad­dam-geführ­te oder min­des­tens Anti-Ame­rik­an­si­che Regie­rung gewählt hät­te? All­zu unwahr­schein­lich ist das ange­sichts der per­ma­nen­ten Ein­mi­schung, mit der sich die USA über­all in der Welt unbe­liebt machen, nicht. Beson­ders, wenn US-Sol­da­ten wie­der­ein­mal selbst die Men­schen­rech­te ignorieren.
Hät­te in die­sem, mög­li­chen, Fall Bush gesagt: „OK, ihr habt demo­kra­tisch gewält, viel Spaß mit eurer neu­en alten Regie­rung. Ich fin­de es toll, dass im Irak jetzt Demo­kra­tie herrscht.”? Wohl kaum - er hät­te solan­ge wei­ter­ge­macht, bis eine Bush-freund­li­che Regie­rung gewählt würde.

Daher mei­ne Mei­nung: Die Demo­kra­tie im Irak ist nicht frei.

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Abschiedsbrief - Hintergründe, Gedanken

Donnerstag, 23. November 2006 | Autor:

Wor­um es geht soll­te klar sein - der Amok­läu­fer von Ems­det­ten schrieb einen Abschieds­brief, der sei­ne Grün­de offen­legt. Es macht mei­ner Mei­nung nach wesent­lich mehr Sinn den mal gewis­sen­haft zu lesen, als sich die Schuld ein­fach auf „Kil­ler­spie­le” zu schie­ben und zu hof­fen, dass die Mehr­heit der Wäh­ler die­sen Unsinn schluckt.

Also hier mal mei­ne Gedan­ken dazu, man­ches macht durch­aus Sinn, das meis­te aller­dings nicht. Die fol­gen­den Kom­men­ta­re zei­gen vor allem auf, wel­ches Argu­ment war­um unsin­nig ist. Ich den­ke die­se Aus­ein­an­der­set­zung muss statt­fin­den um Men­schen zu zei­gen, war­um die­se Art mit sei­nem und dem Leben ande­rer umzu­ge­hen nur ober­fläch­lich Sinn zu machen scheint:

wei­ter…

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Der “mächtige” Mario M.

Sonntag, 12. November 2006 | Autor:

Seit Mario M., gestän­di­ger Ver­ge­wal­ti­ger und Ent­füh­rer der Dres­de­ner Schü­le­rin Ste­pha­nie, am Mitt­woch auf das Dach sei­nes Gefäng­nis geklet­tert war geben sich die Medi­en alle Mühe die Sto­ry mög­lichst lan­ge breit­zu­tre­ten. Dabei sind die meis­ten Aus­sa­gen mei­ner Mei­nung nach völ­lig unbe­grün­det oder gar unsinnig.

Am Mor­gen hat sich der mut­maß­li­che Kin­der­schän­der Mario M. aufs Dach des Dresd­ner Gefäng­nis­ses geflüch­tet. Seit­her harrt er dort aus. Die Ein­satz­kräf­te sind hilf­los. (spiegel.de)

Dar­über kann man wohl strei­ten. Ein Mann sitzt seit Stun­den auf einem kal­ten Gefäng­nis­dach wo garan­tiert schlech­te­re Bedin­gun­gen herr­schen als im Gefäng­nis. Des­wei­te­ren kann er vom Dach nicht her­un­ter ohne wie­der gefasst zu wer­den, womit alles wie­der beim Alten wäre, oder sich selbst dabei min­des­tens schwer zu ver­let­zen. Rich­ti­ger­wei­se ist in die­ser Situa­ti­on M. der ein­zi­ge Hilf­lo­se. Die­ser Mann hat­te kei­ne Macht über irgend­je­man­den als er auf die­sem Dach stand!
Allein Begrif­fe wie „ent­wischt” wie sie die BILD.de ver­wen­det sind völ­lig hirn­ris­sig - man soll­te mal ein paar BILD.de-Redakteure zu die­ser kal­ten Jah­res­zeit auf ein Dach stel­len und von bewaff­ne­ten Ein­hei­ten umstel­len las­sen, ver­folgt von dut­zen­den Kame­ras. Dann will ich mal sehen ob einer von ihnen sich ins Fäust­chen lacht „Hihi, jetzt bin ich ihnen ent­wischt…”. Auf Goog­le Maps kann man deut­lich erken­nen, dass man vom Dach der JVA Dres­den aus nir­gends hin­kommt. Im Gegen­teil sind die frag­li­chen Gebäu­de alle­samt mehr als 20 Meter von der Gefäng­nis­mau­er ent­fernt. Ein Sprung hät­te wohl min­des­tens Kno­chen­brü­che nach sich gezo­gen - wahr­schein­lich aber wesent­lich schwe­re­re Ver­let­zun­gen bis hin zum Tod.

Es bleibt zu hof­fen, dass Ste­pha­nie die Situa­ti­on sach­lich sieht und sich nicht von den Medi­en ein­re­den lässt ihr Pei­ni­ger habe immer­noch Macht.
Allen­falls Macht über die Medi­en - aber die­se Macht haben ihm Zei­tun­gen und das Fern­se­hen ver­lie­hen: durch die unver­hält­nis­mä­ßig hohe Auf­merk­sam­keit, die die­se Mario M. zuteil wer­den ließen.

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Nachts (2)

Freitag, 10. November 2006 | Autor:

Heu­te steht der Vor­fall vom Mitt­woch in der Leip­zi­ger Volks­zei­tung. Die Pres­se­mit­tei­lung der Poli­zei ist jedoch genauer:

Schwe­rer Raub

Tat­ort: Grü­ne­wald­stra­ße, 04107 Leip­zig / Zentrum-Süd

Tat­zeit: 08.11.2006, 21:10 Uhr

Zwei Damen (52÷55) wur­den in den Abend­stun­den von zwei unbe­kann­ten Tätern auf einem Geh­weg auf­ge­for­dert Geld zu über­ge­ben, wor­auf­hin die 52-Jäh­ri­ge anfing, zu schrei­en und ihre Hand­ta­sche vor die Brust press­te. Einer der Täter zerr­te an der Tasche und ver­lang­te noch­mals die Her­aus­ga­be von Bar­geld. Als die Geschä­dig­te nicht reagier­te, zog der Unbe­kann­te eine Pis­to­le her­vor und schlug ein­mal fest mit dem Griff zu. Die Frau erlitt meh­re­re Ver­let­zun­gen im Gesicht und muss­te in die Kli­nik gefah­ren werden.

Ihre Beglei­te­rin kann die Täter wie folgt beschreiben:

1.

  • männ­lich,
  • 18-21 Jah­re alt,
  • 180 cm bis 185 cm groß,
  • sehr schlan­ke Gestalt,
  • län­ge­re, dunk­le und unge­pfleg­te Haare,
  • mit einem dunkelblauen/grauen Sweat­shirt und einer Jeans bekleidet,
  • geripp­ter Schal oder ähn­lich geripp­tes Klei­dungs­stück vor dem Mund,

2.

  • 18-21 Jah­re alt,
  • 175 cm bis 180 cm groß,
  • sehr schlan­ke Gestalt,
  • dunk­le Haare,
  • dun­kel­far­be­nes Sweatshirt,
  • geripp­ter Schal oder ähn­lich geripp­tes Klei­dungs­stück vor dem Mund

Ohne Beu­te und uner­kannt such­ten die­se Täter das Weite.

Zeu­gen, die Hin­wei­se zum Sach­ver­halt geben kön­nen, wer­den gebe­ten, sich bei der Kri­po, Dimitroff­stra­ße 01 in 04107 Leip­zig, Tel. (0341) 966 4 2234, zu mel­den. (Fro)

Der Täter hat also, ent­ge­gen mei­ner Ver­mu­tung mit der Waf­fe „nur” zugeschlagen.

Abso­lut erfreu­lich ist natür­lich die Tat­sa­che, dass

  1. die bei­den Frau­en sich erfolg­reich gewehrt haben
  2. die Beglei­te­rin sogar noch eine ver­hält­nis­mä­ßig gute Per­so­nen­be­schrei­bung abge­ben konn­te (In Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass bei­de Täter ver­mummt waren.)
  3. dass die Täter Nichts erbeu­ten konnten!

Ich freue mich immer wie­der wenn Leu­te, egal wel­chen Alters, sich erfolg­reich wehren. 🙂

Bei den Tätern habe ich eine ganz bestimm­te Ver­mu­tung wo die zu suchen sind. Täter, „18−21 Jah­re alt, sehr schlan­ke Gestalt, unge­pfleg­te Haa­re”, die schein­bar um jeden Preis Bar­geld brau­chen - hört sich nach Dro­gen­sucht an.

Dem ent­ge­gen steht der Waf­fen­be­sitz - ernst­haft Abhän­gi­ge hät­ten die wohl längst gegen Stoff getauscht. Dass der Täter mit der Waf­fe nicht gedroht hat zu schie­ßen könn­te dar­auf hin deu­ten, dass er es nicht gewohnt ist eine Waf­fe zu tra­gen, oder fürch­te­te, sein Kom­pli­ze könn­te den Schuss­waf­fen­ge­brauch miss­bil­li­gen. Dann könn­te man hof­fen, dass die­ser Kom­pli­ze zur Poli­zei geht, falls er genü­gend Mut dazu hat - was lei­der unwahr­schein­lich ist, denn zu zweit auf 50jährige Frau­en los­zu­ge­hen zeugt kaum von Selbstbewusstsein.

Mög­lich auch, dass es sich eben nur um eine Schreck­schuss­pis­to­le oder Sof­ta­ir han­delt, was einer­seits die Gefähr­lich­keit des Duos ein­schränkt - jedoch die Fahn­dung nach der Pis­to­le erschwert, da die­se Waf­fen ab 18 Jah­ren frei ver­käuf­lich sind.

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Nachts

Mittwoch, 8. November 2006 | Autor:

Durch eini­ge fal­sche Ver­mu­tun­gen über den Stra­ßen­bahn­fahr­plan muss­te ich heu­te Abend prak­tisch den hal­ben Weg vom Sport­fo­rum, wo ich Mitt­wochs bis 20:30 Ju-Jutsu habe, zum Auto laufen.

Die ers­te Hal­te­stel­le von der noch ein pas­sen­de Bahn fuhr war die am Ross­platz. Auf dem Weg dahin fuhr ein Ret­tungs­wa­gen an mir vor­bei und hielt an der Hal­te­stel­le. Ein Poli­zei­wa­gen stand bereits gegen­über - ich dach­te zuerst an einen Betrun­ke­nen, den eine Strei­fe auf­ge­le­sen hat­te oder etwas Ähn­li­ches und ging ins War­te­häus­chen um zu schau­en ob eine Bahn fährt. Dabei hat­te ich schon ein Wim­mern durch die Ohr­stöp­sel mei­nes mp3-Play­ers gehört, war mir aber nicht sicher gewesen.

Dann sah ich sie… eine Frau, viel­leicht 50 Jah­re alt, etwa die hal­be lin­ke Gesichts­hälf­te mit trock­nen­dem Blut bedeckt.. eine run­de Wun­de über der Lip­pe. Neben ihr saß eine wei­te­re Frau, viel­leicht eine Bekann­te, die ver­such­te mit der Ver­letz­ten zu reden, sie zu beru­hi­gen. Ein Beam­ter kam dazu und stell­te vor­sich­tig eini­ge weni­ge Fra­gen zum Tat­her­gang. Das Wich­tigs­te war anschei­nend schon mit den Umste­hen­den gere­gelt wor­den, die wohl mit dem Han­dy eines Pas­san­ten auch die Poli­zei geru­fen hatten.

Der Poli­zist sprach von einer Schreck­schuss­pis­to­le - die mut­maß­lich Ange­schos­se­ne sag­te nichts, saß immer­noch still wim­mernd, mit lee­rem Blick auf der Bank der Haltestelle.
Dann führ­ten die Sani­tä­ter die Frau behut­sam zum RTW - immer­noch beglei­tet von der Ande­ren, die noch frag­te, ob sie mit­fah­ren sol­le. „Ich kann mich nur noch­mal bei ihnen bedan­ken” wand­te sie sich auch an den jün­ge­ren Mann, der die Sze­ne beob­ach­tet und offen­bar auch gehol­fen hatte.

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